
Praktikum in Peking
Obwohl Peking nur etwa 150 Kilometer von der Küste entfernt liegt, hat es aufgrund der Lage im Westwindgürtel ein gemässigtes, kontinentales Klima; daher warme, feuchte Sommer und kalte, trockene Winter.
POLITISCHES UND KULTURELLES ZENTRUM
Peking ist die Hauptstadt der Volksrepublik China und das politische und kulturelle Zentrum Chinas. In der eigentlichen Stadt, dem geografischen Stadtgebiet, leben rund 8,5 Millionen Menschen, das gesamte Verwaltungsgebiet Pekings hat ca. 18 Millionen Einwohner. Aufgrund ihrer dreitausendjährigen Geschichte beherbergt die Stadt ein weltweit einmaliges Kulturerbe. Sehenswert sind der Tian’anmen-Platz («Platz des Tors des himmlischen Friedens»), die Verbotene Stadt mit dem 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten ehemaligen Kaiserpalast sowie verschiedene buddhistische Tempel. Peking war zudem 2008 Austragungsort der Olympischen Sommerspiele.
TIAN’ANMEN-PLATZ ALS AUSGANGSPUNKT
Der Tian’anmen-Platz ist Ausgangspunkt, um sich einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen. Im Norden des Platzes steht das bekannte «Tor des Himmlischen Friedens» mit dem grossen Mao-Portrait, das zugleich das Südtor des Kaiserpalastes ist. Fünf marmorne Brücken führen zu diesem Tor und über einen leicht erhöhten Weg, der früher dem Kaiser vorbehalten war, gelangt man entlang von hohen Mauern durch mehrere weitere Tore zur Umfassungsmauer und zum Kaiserpalast – auch «Verbotene Stadt» genannt. Dort kann man leicht einen ganzen Tag verbringen, wenn man nicht nur die Repräsentationsbauten auf der Hauptachse betrachten will, sondern auch die Wohnhöfe und das umfangreiche Palastmuseum, in dem Teile der Schätze des Kaiserhauses ausgestellt werden.
NEUE ZEITEN SIND ANGEBROCHEN
Trotz 60-jähriger kommunistischer Führung wurde in den 80er-Jahren der «kapitalistische Tiger» auch in China freigelassen. Die Zeiten der maoistischen Revolutionäre in funktionellen Anzügen und der auf dem Tian’anmen-Platz Tai-Chi praktizierenden Arbeiterscharen gehören definitiv der Vergangenheit an. Denn Peking hat sich mit Riesenschritten ins neue Jahrtausend aufgemacht. Die chinesische Jugend interessiert sich mehr für MTV als für Mao, die Rhetorik der Kulturrevolution ist den englischen Werbe-Slogans gewichen, die jetzt auf Kopien von Marken T-Shirts prangen. Unter die verstaubten Bürokraten mischen sich heute ausländische Touristen und Investoren sowie das hippe, chinesische Volk.

